





Wo majestätische Berge das Sagen haben…
von Monique Hermes (Luxenburg)
Zugegeben, ich mag Berge sehr. Mich zieht es seit Jahrzehnten in jene Ferienregionen, wo man einerseits dem Himmel näher ist und wo andererseits die Uhren noch viel langsamer ticken. Vielleicht, weil ich den Steinbock als „Wappentier“ habe und er mich in seine Gefilde mitnehmen möchte…
Zu meinen bevorzugten Ferienzielen gehört zweifellos auch das im Süden Vorarlbergs gelegene „wunderbar wanderbare“ Montafon, wo Rätikon, Silvretta und Verwall eine einmalige Kulisse bieten.
In dem 39 Kilometer langen, herrlichen Alpental, das kurz hinter Bludenz seinen Anfang nimmt und in die imposante Silvretta Hochalpenstraße „mündet“, hat es mir das gemütliche Städtchen Schruns ganz besonders angetan. Vielleicht, weil dort, wo die Montafonerbahn ihre Endstation hat, die Talbuchtung besonders weit ist. Oder weil das Gebirgspanorama rundum Schruns-Tschagguns ganz einfach grandios ist.
Oder auch, weil man von hier aus einmalige Ausflüge unternehmen kann. Zu Fuß. Mit Linien- und Wanderbussen. Und nicht zuletzt mit der Hochjochbahn. Denn das Hochjoch ist und bleibt der Hausberg von Schruns. Und der Rundblick vom Kreuzjoch (2 395 m) aus, das man von der Bergstation des Sesselliftes Senniggrat an der Wormser Hütte vorbei – wo man selbstverständlich auch einkehren kann – in einer knappen Stunde erreicht, ist bei klarer Sicht ganz einfach atemberaubend.
Da bleibt die Zeit ganz einfach stehen, weil die Welt einem sozusagen zu Füßen liegt und weil man sich mit einem Male ganz klein vorkommt inmitten der erhabenen Bergwelt. Wer dann den wohl etwas steilen Abstieg an Herzsee und Schwarzsee vorbei in Richtung Alpe Innerkapell in Kauf nimmt, darf im Sommer einen Blick in den Käsekeller des gastfreundlichen Senns werfen und sich anschließend bei einer appetitlichen Brettljause stärken.
Vielleicht entscheidet man sich dann dazu, einen weiteren Ausflug ins Silbertal zu unternehmen. Denn der geschichtsträchtige Ort mit seinem Bergbaumuseum liegt einem sozusagen zu Füßen. Und die Kristbergbahn bringt einen in wenigen Minuten dorthin, wo nicht nur die St. Agatha-Bergknappenkapelle zum Verweilen einlädt.
Wunderschöne Wanderungen kann man vom Kristberg aus unternehmen. Etwa in Richtung Hochmoor „Wild Ried“ und weiter ins romantische Wasserstubental. Oder entlang vieler kleiner Hütten und Seen bis zum Berggasthaus Rellseck, wo an klaren Herbsttagen die Rätikongruppe zum Greifen nah liegt.
Noch leichter geht’s über die Panoramastraße nach Innerberg und weiter nach Bartholomäberg mit seiner absolut sehenswerten Kirche. Wandert man auf besagter Panoramastraße zwischen Kristberg und Bartholomäberg, so bleibt man mehr als einmal stehen, um einen Blick auf die gegenüberliegende Talseite zu werfen. Dort stechen nämlich das Wanderparadies am Golm sowie die Berge Sulzfluh (2.818 m), Drei Türme (2.830 m) und Drusenfluh (2.827 m) ins Auge. Etwas weiter unten locken das malerische Gauertal, wo man im Sommer Murmeltiere aus allernächster Nähe beobachten kann oder das gemütliche Wandergebiet Grabs unterhalb der Tschaggunser Mittagsspitze ((2.168 m).
Alle Ziele liegen sommers wie winters dank guter Bus- und Wanderbusverbindungen in Reichweite. Und allerorts warten einladende Gasthäuser mit Panoramablick auf hungrige und durstige, aber äußerst zufriedene Wanderer, die diese einmalige Bergidylle eigentlich gar nicht mehr missen möchten.
Und eben diese ganz besondere Bergidylle, die nicht kitschig sondern reell ist, zieht mich immer wieder ins „Ländle“ und selbstverständlich auch ins Montafon. Nach Schruns, versteht sich.
Doch da ist noch etwas: Denn die 2.643 m hohe Zimba, die ganz einfach nicht zu übersehen ist und bereits 1848 von Anton Neier aus Bludenz zum ersten Mal von Brand im Brandnertal aus bestiegen wurde, hat es mir angetan. In der Tat grüßt das Matterhorn Vorarlbergs, das heute ein beliebtes Ziel für Bergsteiger und Klettere ist, sozusagen nach allen Seiten. Auch in Schruns ist er zu sehen, der stolze Berggipfel im Rätikon.
Mehr noch: Hier kann man sogar in der Zimba wohnen – und sich „um Berge besser“ fühlen. Denn das ist das Motto des einladenden Hotels Zimba, in dem einerseits Gastfreundschaft und andererseits Gemütlichkeit ganz groß geschrieben werden. Vielleicht auch deshalb, weil die Chefin und der Chef selbst von morgens bis abends sehr aufmerksam mit von der Partie sind. Oder weil das Personal freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit ist. Oder weil das Preis-/Leistungsverhältnis wirklich stimmt.
Oder auch, weil die Katze Astérix die Gäste mit einem behaglichen Schnurren belohnt, wenn sie gekrault und gestreichelt wird.
Eigentlich gibt es hundert gute Gründe, einmal dort vorbeizuschauen, wo man richtig liegt. Und das ist nicht einfach so dahergeplappert… Man kann nämlich jederzeit die Probe aufs Exempel machen!