Im Herzen von Montafon

Das Montafon liegt im Süden Vorarlbergs und am südwestlichen Ende Österreichs. Es wird von drei mächtigen Gebirgszügen umrahmt: Im Nordwesten sind es die markanten Kalkfelsen des Rätikons, im Süden begegnet man dem kristallinen zentralalpinen Gestein der teilweise vergletscherten Silvretta und im Nordosten dem Verwall.

Das Alpental Montafon ist 39 km lang, seine 11 Orte liegen zwischen 650 und 1.450 m Seehöhe, umringt von Bergen bis 3.312 m (Piz Buin).

Neben Orten mit vorwiegend sportlichem Charakter und vielseitigem Freizeitprogramm laden im Montafon gemütliche, für Familien geeignete Ferienorte und ruhige Erholungsdörfer ein.


Die Geschichte des Montafons

Wie archäologische und botanische Untersuchungen belegen, siedelte der Mensch bereits vor 5.000 Jahren im Montafon. So finden sich Reste einer etwa 3.500 Jahre alten Siedlungsstätte im Friagawald, die Teil einer mächtigen bronzezeitlichen Burganlage war.

Besiedelt wurde das Montafon ursprünglich aus dem Walgau und aus Graubünden zugewanderten Rätoromanen. Davon geben noch heute eine Vielzahl rätoromanischer Berg-, Fluß-, Orts-, Flur- und Familiennamen Zeugnis (wie z. B. Albona, Gafluna, Montjola, Silvretta, Tilisuna).

Wie vermutlich in der Bronze- und Eisenzeit war das Montafon auch durch das ganze Mittelalter hindurch ein Zentrum des Bergbaues: Eisen, Kupfer und Silber wurden hier gewonnen. Im Spätmittelalter – ab etwa 1300 – zogen die im Bergbau beschäftigten im Silbertal sowie an der Rodung hoher Berghalden beteiligte Walser ins Montafon. Die romanische und später deutsche Besiedlung wurde vorwiegend vom gräflichen Meierhof bei Bludenz organisiert.

Politisch gehörte das in Churwalchen gelegene Montafon von etwa 1258 bis 1418/20 zum Herrschaftsbereich der Grafen von Werdenberg, die zwischen 1259 und 1296 die Stadt Bludenz gründeten.

Der den Bund ob dem See auflösende Friede von Konstanz wurde 1408 u. a. auch von den Landleuten im Montafon mit ihrem zwei gekreuzte Schlüssel aufweisenden Siegel bekräftigt.

Die Habsburger regierten ab dem 15. Jahrhundert Vorarlberg und damit auch die Orte im Montafon wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Von 1805 bis 1814 gehörte das Montafon zu Bayern. Der Landamann und der Landschreiber verdeutschten am 2. Juni 1806 in der Beantwortung einer Anfrage der neuen bayrischen Regierung ihr Heimattal als „Brunnenthal“ und gaben ihm damit die beste Gesamtcharakteristik, die man sich denken kann.

Ab 1814 gehörte das Montafon dann wieder zu Österreich.


Schruns (700 - 2400 m)

Der Hauptort des Montafons liegt in einer großen Talbuchtung umgeben von den Bergen des Verwalls und Rätikons. Schruns hat ein vielseitiges touristisches Angebot. Hier ist auch die Endstation der Montafoner Bahn und Ausgangspunkt der Postbusse in die anderen Gemeinden des Montafons.

„Eher ein kokettes Städtchen als ein Dorf, der erste Ort Vorarlbergs, der zur Sommerfrische größeren Stils geworden ist, überhaupt die besuchteste Fremdenstation des Landes“ – so schrieb schon vor rund 100 Jahren der Schweizer Schriftsteller I.C. Heer. 1926 verbrachte der berühmte Schriftsteller und Nobelpreisträger Ernest Hemingway 3 Monate im Hotel Taube in Schruns. Seine Erlebnisse hat er in seiner Erzählung „Schnee auf dem Kilimandscharo“ verarbeitet.

Schruns wurde 1928 zur Marktgemeinde erhoben. Ein gewichtiger Grund dazu war der weitum bekannte Schrunser Viehmarkt, zu dem damals tausende der berühmten Montafoner Braunviehrasse aufgetrieben wurden. Auf seine berühmte Viehzucht nimmt auch das Wappen der Marktgemeinde Bezug: der aufspringende Stier im goldblauen Schild, darunter die gekreuzten Schlüssel des alten Talschaftswappens.

Schruns ist 1804,47 ha groß und hat rund 3900 Einwohner. War es vor dem Zweiten Weltkrieg ein ländlicher Kurort, so hat es – zusammen mit dem Nachbarort Tschagguns – seit 1947 einen enormen touristischen Aufschwung genommen (Hochjochbahn, Modernisierung vieler Gaststätten, Sportanlagen, Wanderwegenetz, Aktivpark uvm.).